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Stakeholdermanagement

 

Als anerkanntes, global agierendes Industrieunternehmen sind wir gefordert unsere Aufgaben in Bezug auf Nachhaltigkeit zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Der Austausch mit unseren Stakeholdern spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Identifikation von relevanten und sensiblen Themen erfolgt durch den wertschätzenden und regelmäßigen Dialog mit allen Stakeholdern. Unsere Handlungsschwerpunkte in der Nachhaltigkeitsstrategie, in unseren Kernprozessen und im Nachhaltigkeitsmanagement werden dadurch gezielt ausgerichtet. Wir verstehen die Einbindung der Stakeholder nicht nur als Erfüllung internationaler Richtlinien wie die der OECD oder der GRI, sondern als konstanten Dialog- und Lernprozess, der uns hilft, relevante Trends zu erkennen und gemeinsame Lösungen zu finden. Je nach Intensität unterscheiden wir drei Arten der Stakeholdereinbindung: Information, Dialog und Partizipation. Information bedeutet einseitige Kommunikation, wie Prospekte oder die Homepage. Dialog als gegenseitiger Austausch findet im Rahmen von laufenden Kontakten mit Stakeholdern statt. Zudem partizipiert die AMAG u.a. in Interessensvertretungen und Nachhaltigkeitsnetzwerken und bringt ihr Know-how ein. Mit den Rückmeldungen der Stakeholder setzen wir uns gezielt auseinander und leiten daraus Maßnahmen für unsere Nachhaltigkeitsarbeit ab.

 

STAKEHOLDERBEZIEHUNGEN

 

Unsere Stakeholder sind Personen oder Gruppen, die im Zusammenhang mit der direkten oder indirekten Geschäftstätigkeit begründete Anliegen und Ansprüche gegenüber dem Unternehmen haben.

Die für uns relevanten Stakeholdergruppen wurden durch eine interne Arbeitsgruppe festgelegt. Ein wesentliches Kriterium dabei war der (un-)mittelbare Bezug zur Unternehmensaktivität und ihren wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Auswirkungen. (G4-25) 

Die kontinuierliche Stakeholdereinbindung ist fester Bestandteil des Managementsystems der AMAG. Dabei werden unterschiedliche Dialogformate genutzt, die in einer separaten Grafik abgebildet sind. (G4-24) 

 

Im Rahmen der Erstellung des zweiten Nachhaltigkeitsberichts wurden die Stakeholder gemäß den Leitlinien der GRI G4 in die Bestimmung der Berichtsinhalte einbezogen. Dies erfolgte durch die Bewertung der Nachhaltigkeitsaspekte. Die einzelnen Schritte dazu sind in der folgenden Grafik dargestellt.

Die „Einbeziehung der Stakeholder“ erfolgte durch eine Online-Befragung, Leitfaden-Interviews sowie einen Führungskräfteworkshop. Der „Nachhaltigkeitskontext“ war dadurch gegeben, dass im Rahmen der Einbeziehung der Stakeholder globale Entwicklungen und Trends der nachhaltigen Entwicklung thematisiert wurden.

 

Die „Wesentlichkeit“ der Nachhaltigkeitsaspekte wurde in der Stakeholderbefragung abgefragt.

 

Die „Vollständigkeit“ wurde durch das kritische Hinterfragen der Ergebnisse aus der Befragung in den Leitfaden-Interviews, im Führungskräfteworkshop sowie im Redaktionsteam des Nachhaltigkeitsberichts evaluiert.

 

Die kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen aus der Befragung ermöglichte es, weitere Aspekte zu erfassen und entsprechend in die Berichterstattung aufzunehmen. Zudem wurde der jeweils wichtigste Nachhaltigkeitsaspekt für jedes der sechs Prioritätsthemen einer Analyse gemäß der IOOI-Methode (Input – Output – Outcome – Impact) unterzogen (S. 18). (G4-26)

 

STAKEHOLDERBEFRAGUNG 2015

2015 Zur Identifikation der Nachhaltigkeitsaspekte für die AMAG wurden 42 Nachhaltigkeitsaspekte aus folgenden Quellen und Standards ausgewählt: „„

  • GRI G4 „„
  • GRI G4 Sector Disclosures „Mining and Metals“ „„
  • SASB - Sustainability Accounting Standards Board: “Metals & Mining” „„
  • Deutscher Nachhaltigkeitskodex „„
  • AMAG-Nachhaltigkeitsbericht 2013

Die Befragung fand innerhalb von zwei Wochen im Oktober und November 2015 statt. Insgesamt 620 Stakeholder aus den dargestellten Stakeholdergruppen, davon 170 interne sowie 450 externe Stakeholder, waren eingeladen daran teilzunehmen. Die Stakeholder wurden dabei nach dem Zufallsverfahren bzw. unter Einbindung der jeweils zuständigen Fachabteilung der AMAG ausgewählt.

 

METHODIK 

 

Zur strukturierten Befragung wurden die 42 Aspekte den sechs Prioritätsthemen der AMAG-Nachhaltigkeitsstrategie zugeordnet. Für die 42 Aspekte standen in Summe 42 Punkte zur Bewertung zur Verfügung. So gab es beispielsweise im Prioritätsthema „Tragfähige Kundenbeziehung“ insgesamt fünf Punkte auf die fünf zugeordneten Nachhaltigkeitsaspekte (Innovations- und Produktmanagement, Kundenzufriedenheit, Kundengesundheit und -sicherheit, Marketing, Schutz der Privatsphäre des Kunden) zu verteilen. Durch diese Methodik wurde explizit die Möglichkeit geschaffen, einzelne Aspekte besonders zu gewichten. Als Score für die quantitative Auswertung wurde die für den einzelnen Aspekt vergebene Punktezahl, in Relation zur maximal möglichen Gesamtpunktezahl, herangezogen.

 

BETEILIGUNG AN DER BEFRAGUNG 

 

Das Interesse der Stakeholder an der Online-Befragung war sehr hoch. Insgesamt haben 196 Personen, davon 73 interne sowie 123 externe Stakeholder, die Befragung vollständig abgeschlossen. Das entspricht einer Rücklaufquote von 32 % (43 % der internen bzw. 27 % der externen Stakeholder haben die Befragung vollständig beantwortet).

LEITFADEN-INTERVIEWS

Es wurden insgesamt fünf thematische Leitfaden-Interviews mit 10 Personen (interne Stakeholder: Mitarbeiter der AMAG, externe Stakeholder) zu den Prioritätsthemen

  • Zukunftsfähige Gesellschaft
  • Tragfähige Kundenbeziehung
  • Verantwortungsbewusste Wertschöpfungskette
  • Ehrliche Mitarbeiterbeziehung
  • Engagierter Umweltschutz

geführt, deren Ergebnisse in der Berichterstattung Berücksichtigung fanden. (G4-27)

 

MANAGEMENTABSTIMMUNG 

Der Vorstand, als Auftraggeber, hat die Nachhaltigkeitsstrategie vorgegeben und war laufend in die Konzeption des Nachhaltigkeitsberichts sowie in die Ziel- und Maßnahmenplanung eingebunden. Im Jänner 2016 fand ein Workshop mit den Themenverantwortlichen der AMAG statt. Inhalt war die Aktualisierung der Nachhaltigkeitsstrategie mit den entsprechenden Kennzahlen und Zielen.

QUALITATIVE ERGEBNISSE 

Insgesamt 45 % der befragten Personen kannten die Nachhaltigkeitsaktivitäten der AMAG gut oder sehr gut. 55 % der Teilnehmer haben die Aktivitäten der AMAG zur Nachhaltigkeit bislang kaum wahrgenommen. Die Gesamtleistung der AMAG in Bezug auf deren Nachhaltigkeitsleistungen wurde zusammenfassend als gut bzw. sehr gut beurteilt. Verbesserungsvorschläge für das Nachhaltigkeitsmanagement der AMAG wurden in Form von Textkommentaren erfasst. Diese Kommentare wurden den Themen Produktion, Innovation, Abfall, Energie, Wasser, Kommunikation, Wertschöpfungskette und Nachhaltigkeitsstrategie zugeordnet und in weiterer Folge berücksichtigt. Aus den Rückmeldungen der Stakeholder konnten keine neuen, zusätzlichen Aspekte abgeleitet werden.

 

Im Vergleich zum AMAG-Nachhaltigkeitsbericht 2013 sind sowohl die Nachhaltigkeitsstrategie als auch die sechs Prioritätsthemen des Nachhaltigkeitskompasses unverändert geblieben. Aufgrund der neu durchgeführten Stakeholderbefragung gab es eine Verschiebung der wesentlichen Aspekte, siehe Wesentlichkeitsanalyse. (G4-23)

Stakeholdergruppen und -einbindung

WESENTLICHKEITSANALYSE (G4-19) 

Die AMAG-Wesentlichkeitsanalyse basiert auf den Ergebnissen der Online-Stakeholderbefragung. Nachstehende Grafik zeigt die gute Übereinstimmung der Einschätzung der internen und externen Stakeholder in Bezug auf die abgefragten Aspekte. Zur Ermittlung der wesentlichen Aspekte wurde ein Schwellenwert festgelegt. Die Ergebnisse der Bewertungen von internen und externen Stakeholdern wurden dabei gleichwertig berücksichtigt. Die Auswertung ergab 20 wesentliche Aspekte, deren Reihung innerhalb der sechs Prioritätsthemen auf der nächsten Seite dargestellt ist. Diese Aspekte werden in den folgenden Kapiteln zu den Prioritätsthemen der AMAG näher behandelt. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem jeweiligen Top-Aspekt für jedes Prioritätsthema. Diese Aspekte werden nach der IOOI-Methode im folgenden Kapitel näher analysiert. Im Nachhaltigkeitsmanagement wird ein entsprechender Fokus auf diese Themen gelegt.

Top 20 Nachhaltigkeitsaspekte bezogen

auf die sechs Prioritätsthemen der

AMAG-Nachhaltigkeitsstrategie

WIRKUNGSANALYSE GEMÄSS IOOI-METHODE

Beim Thema Nachhaltigkeit zählen letztlich die Auswirkungen der Nachhaltigkeitsmaßnahmen auf das Unternehmen und die Gesellschaft. Deshalb beschäftigt sich ein zeitgemäßes Nachhaltigkeitsmanagement mit der Analyse dieser Wirkungen. Eine etablierte Methode dazu ist die IOOI-Methode. Diese beschäftigt sich mit der Wirkungsanalyse des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen. IOOI steht dabei für Input – Output – Outcome – Impact. Die Wahrnehmung der Stakeholder, zu den vom Unternehmen gesetzten Maßnahmen im Bereich der Nachhaltigkeit, erfolgt hauptsächlich über deren Wirkung (Impact). Wir haben dazu aus jedem Prioritätsthema der Nachhaltigkeitsstrategie das für unsere Stakeholder wesentlichste Thema zur Bewertung ausgewählt. Nachstehende Tabelle zeigt das Ergebnis der qualitativen Analyse. Die Detailbeschreibung der zugehörigen Indikatoren und Ziele erfolgt in den nachfolgenden Kapiteln.

Nachhaltigkeitsaspekt  InputOutput Outcome Impact

Innovations und Produktmanagement

  • F&E Budget, Personal
  • Infrastruktur (Labore, Versuchseinrichtungen)
  • Managementsystem (inkl. KVP)
  • Kooperationen mit Kunden, Forschungseinrichtungen und Universitäten
  • Risiko- und Chancenmanagement
  • Innovationsprojekte
  • Verbesserungsmaßnahmen aus KVP
  • Attraktive Arbeitsplätze und Entwicklungsmöglichkeiten
  • Neue oder (technisch, ökologisch) verbesserte Produkte, sowie erweitertes Anwendungsspektrum
  • Optimierte Produktionsprozesse (Energie, Ressourcen)
  • Wettbewerbsfähigkeit
  • Reduktion der Umweltauswirkung aus dem Verkehr (Leichtbau, CO2-Reduktion) sowie Steigerung der Sicherheit
  • Reduktion Ressourceneinsatz und Förderung der Kreislaufwirtschaft
Compliance
  • Rechtliche und ethische Vorgaben (Standards)
  • Kontrolle der Einhaltung der Risikoanalyse
  • Personalressourcen
  • Bewusstsein für Unternehmenswerte
  • Compliance-System mit Verantwortlichkeiten
  • Verhaltenskodex, Compliance- Regeln für Lieferanten und -Richtlinien
  • Schulungen
  • Legal Compliance, „Licence to operate“
  • Leben der Unternehmenswerte
  • Stärkung der Reputation
  • Rechtssicherheit
  • Beitrag zu einer moralisch und ethisch einwandfreien Gesellschaft
  • Reduktion der Akzeptanz von „Non-Compliance“ in der Gesellschaft

Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz

  • Analyse der Arbeitsprozesse
  • Managementsystem (inkl. KVP)
  • Arbeitssicherheitsziele
  • Risikoanalyse, Analyse von Vorfällen
  • Technische und organisatorische Vorkehrungen
  • Sicherheitsschulungen
  • Umsetzung und Zertifizierung der Managementsysteme 
    (OHSAS 18001, ISO 9001)
  • Verbesserte Vorkehrungen
  • Reduktion der Unfallrate (TRIFR) und Ausfallzeiten
  • Ausweitung der betrieblichen Gesundheitsförderung
  • Qualifizierungsnachweise (für Automobil- und Luftfahrtindustrien)
  • Entlastung des Sozialsystems
  • Vorbildfunktion als regionaler Leitbetrieb
  • Hohe Lebensqualität der Mitarbeiter

Abfall und Abwasser

  • Umweltbewusstsein
  • Infrastruktur und organisatorische
  • Vorkehrungen
  • Ziele zur Abfallvermeidung und Reduktion der Wasserentnahme
  • Risikoanalyse
  • Umsetzung und Zertifizierung der Managementsysteme 
    (ISO 14001)
  • Umweltschulungen
  • Verbesserte Vorkehrungen
  • Reduktion der Wasserentnahme
  • Reduktion der spezifischen Abfallmenge
  • Kosteneinsparungen
  • Umweltleistungen der AMAG
  • Kosteneinsparungen
  • Vorbildfunktion in der Aluminiumbranche
  • Verbesserung der regionalen Umweltqualität
Verantwortung für Werkstoffe, Recycling
  • Kenntnis der Wertschöpfungskette
  • Risikoanalyse
  • Innovationsziele für Produkte und Prozesse
  • Closed-Loop (Recycling) Partnerschaften mit Kunden
  • Zusammenarbeit mit Universitäten und der Aluminium Stewardship Initiative (ASI)
  • Innovative Produkte und Prozesse
  • Neue Spezialprodukte für Kunden
  • Ressourcen- und Energieeffizienz
  • Gesicherte Vormaterialbasis
  • Wettbewerbsfähigkeit
  • Sinnvolle und schonende Nutzung natürlicher Ressourcen
  • Ökologisches Bewusstsein in der Gesellschaft
Sozialverantwortliches Investieren
  • Ziele und Budget für gesellschaftliches Engagement
  • Nachhaltigkeitskriterien für Investitionen festlegen
  • Vergabe von (regionalen) Aufträgen
  • Sachspenden für die Bereiche Sport, Kultur, Bildung und Soziales in der Region
  • Employer Branding
  • Werksausbau am Standort Ranshofen
  • Ausbau der Elektrolyse Alouette
  • Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Regionale Wertschöpfungseffekte
  • Ethik und Integrität in der Geschäftsführung
  • Steigerung der Lebensqualität im regionalen Umfeld