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Unternehmensstrategie und Nachhaltigkeitsmanagement

Der Erfolg der AMAG basiert vornehmlich auf der strategischen Ausrichtung auf Wachstum – durch eine global steigende Nachfrage nach Aluminium. Ein stabiles Geschäftsmodell trägt mit folgenden Faktoren zur positiven Entwicklung bei: „„ 

  • langjährige Kundenbeziehungen „„ ein breites Portfolio an Spezialprodukten und damit weitgehende Unabhängigkeit von Nachfrageschwankungen einzelner Branchen „„ 
  • eine stabile Eigentümerstruktur „„ 
  • Produktionsstandorte in politisch stabilen Ländern mit hervorragender Infrastruktur, funktionierenden Gesellschaftsund Rechtssystemen sowie sozialer Ausgeglichenheit „„ 
  • nachhaltiges Wirtschaften. 

 

RAHMENBEDINGUNGEN 

 

Die Unternehmensentwicklung der AMAG hängt wesentlich von den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Wir analysieren globale Trends in der Aluminiumindustrie und darüber hinaus im Bereich der Nachhaltigkeit. Daraus leiten wir Risiken und vor allem Chancen ab, die in unsere Nachhaltigkeitsstrategie einfließen. Folgende Megatrends sind für unser Geschäft relevant:

 

  • Globalisierung (Globale Gerechtigkeit, Frieden, Governance) „„ 
  • Demografischer Wandel (Silberne Revolution, Feminisierung) „„ 
  • Mobilität (steigende Automobilität und Luftfahrt) „„ 
  • Klimawandel (CO2-Gesetzgebung als Treiber für Leichtbau) „„ 
  • Konnektivität (Digitalisierung, Industrie 4.0, Internet der Dinge) „„ 
  • Technologie (Beschleunigung technologischer Sprünge) „„ 
  • Rohstoffknappheit (fossile Brennstoffe, technologisch wichtige Einsatzstoffe) 

Speziell für die Aluminiumindustrie ergeben sich aus den genannten Megatrends folgende Themen: „„ 

  • Die Globalisierung, das Bevölkerungswachstum und der zunehmende Mobilitätsbedarf erzeugen eine starke Steigerung der Nachfrage nach Transportmitteln für Personen und Waren. „„ 
  • Globale Klimaziele wirken sich auf den Transportbereich (vorrangig Automobil- und Luftfahrt) aus. Der Trend zur Leichtbauweise sorgt für eine steigende Nachfrage nach Spezialprodukten aus Aluminium mit hervorragenden Eigenschaften und bester Rezyklierbarkeit. „„ 
  • Die Verschärfung der Umweltgesetzgebung in der EU und Nordamerika treiben die Entwicklung energie-, rohstoffund umwelteffizienter Produktionsprozesse voran. Unternehmen, die diesem Trend folgen, werden langfristig Wettbewerbsvorteile haben. 

Unsere Herangehensweise ist davon geprägt, die globalen Megatrends für das Geschäftsfeld der AMAG positiv zu interpretieren und gezielt nach Wachstumspotenzialen zu suchen. Der AMAG Ansatz beruht auf drei strategischen Denkrichtungen: „„ 

  • auf Wachstum setzen, „„ 
  • Komplexität reduzieren und „„ 
  • komparative Vorteile als Chancen nutzen.

 

 

MARKTUMFELD

Der weltweite Verbrauch an Primäraluminium ist laut dem Marktforschungsinstitut Commodity Research Unit (CRU) nach 54,2 Mio. Tonnen in 2014 auf 56,3 Mio. Tonnen gestiegen. Dies entspricht einem Plus von 3,8 % im Vergleich zum Vorjahr. 

 

Dabei gewinnt das Thema Recycling von Aluminium immer mehr an Bedeutung. Dies ist beispielsweise durch die Steigerung der Recyclingquoten erreichbar, welche auch von der Politik gefördert wird. Die auf diesen Faktoren aufbauende Wachstumsstrategie zielt darauf ab, die Chancen in einem wachsenden Markt zu nutzen.


 

GRUNDSÄTZE DES AMAG-NACHHALTIGKEITSMANAGEMENTS

Das Nachhaltigkeitsmanagement der AMAG beruht auf folgenden Grundsätzen: „„

  • Vorsorge: Um Belastungen für Mensch und Umwelt bestmöglich zu vermeiden, werden Gefahren für Mensch und Umwelt frühzeitig und vorausschauend behandelt. Dazu verfügen wir über zertifizierte Managementsysteme mit den Schwerpunkten Qualität, Umwelt, Energieeffizienz und Arbeitssicherheit sowie ein umfassendes Risikomanagement und internes Kontrollsystem. „„
  • Effizienz: Bei der Entwicklung von Anlagen, Prozessen und Produkten achten wir auf Ressourcen- und Energieeffizienz sowie auf die Minimierung von Umweltauswirkungen. Damit orientieren wir uns am Leitmotiv „Wertschöpfung durch Wertschätzung“. (G4-14) „„
  • Ausgewogenheit: Die breite Aufstellung der AMAG nach Branchen und Produkten sowie geografischen Märkten, sorgt für ein hohes Maß an Ausgewogenheit und Stabilität. Dabei stellt die ausgewogene Balance an Nachhaltigkeitsaktivitäten in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen das Erreichen unserer Nachhaltigkeitsziele sicher. „„
  • Wesentlichkeit: Wir konzentrieren uns auf die wesentlichen wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit und stehen zur Bestimmung der wesentlichen Themen im laufenden Dialog mit unseren Stakeholdern. „„
  • Vollständigkeit: In unserer internen und externen Unternehmenskommunikation sind die Grundsätze der Transparenz, Aktualität und Vollständigkeit oberste Prämisse. Wir kommunizieren zeitgerecht und umfassend zu den wesentlichen Themen unserer Geschäftstätigkeit. Richtigkeit, Genauigkeit, Klarheit, Nachvollziehbarkeit und Verlässlichkeit sind für uns mehr als selbstverständlich. „„
  • Flexibilität: Änderungen unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfelds sowie neue Anforderungen unserer Kunden und Märkte werden als Chance gesehen, ihnen wird mit hoher Flexibilität begegnet. „„
  • Innovationsgeist: Die Forschung zu technologisch herausfordernden Fragen, die Entwicklung markttauglicher Anwendungen sowie die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen und Produkten sind Ausdruck unseres Innovationsgeistes.

 

NACHHALTIGKEITSMANAGEMENT

Das Nachhaltigkeitsverständnis der AMAG und die entsprechende Strategie basiert auf sechs definierten Prioritätsthemen gemäß obenstehender Grafik. Sie ist ein wesentliches Element in der erfolgreichen Unternehmensentwicklung. Die sechs Prioritätsthemen der AMAG-Nachhaltigkeitsstrategie umfassen: „„

  • Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet profitables Wachstum, das mit einer sozialen und umweltgerechten Entwicklung einhergeht. Wir legen besonderen Wert darauf, unsere Geschäftstätigkeit in verantwortungsvoller und moralisch, rechtlich und ethisch einwandfreier Weise auszuüpben und auf dieser Basis im fairen Wettbewerb unser Geschäft profitabel auszuweiten. Unterstützend dazu bestehen Compliance-Regeln, ein Code of Ethics sowie ein umfassendes Risikomanagementsystem. „„
  • Tragfähige Kundenbeziehung bedeutet langfristige, partnerschaftliche und faire Kundenbeziehungen zu halten und neue Kunden zu gewinnen. Dies erreichen wir vor allem durch höchste Produktqualität und -innovationen sowie ein Höchstmaß an Kundenzufriedenheit. „„
  • Ehrliche Mitarbeiterbeziehung umfasst die systematische Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter, die Vereinbarkeit von Beruf & Familie, Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz sowie die Rekrutierung neuer Mitarbeiter.
  • Engagierter Umweltschutz – der Schutz der Umwelt ist für uns wesentlich. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen der zertifizierten Managementsysteme (ISO 14001, ISO 50001) und des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP).
  • Verantwortungsbewusste Wertschöpfungskette bedeutet den verantwortungsbewussten Umgang mit den an der Entwicklung des Unternehmens beteiligten Menschen und Organisationen sowie das Management der Rohstoffe entlang der Wertschöpfungskette. „„
  • Zukunftsfähige Gesellschaft umfasst die Schaffung attraktiver Beschäftigungsmöglichkeiten, die Kooperation mit Schulen und Universitäten sowie die Unterstützung sportlicher, sozialer und kultureller Aktivitäten als wesentliche Elemente unseres gesellschaftlichen Engagements.

Die Verantwortung für das Nachhaltigkeitsmanagement liegt beim Vorstand.

Die Fachverantwortung für die einzelnen Prioritätsthemen sowie die zugehörigen Fachaufgaben sind in der nachstehenden Grafik dargestellt. Auf Basis von Berichten und Anträgen der Fachbereiche werden nachhaltigkeitsrelevante Themen im AMAG Executive Management Team (Vorstand und Geschäftsführungen der Gesellschaften) behandelt. Allgemeine Informationen zur Führungsstruktur des Unternehmens finden Sie im Corporate Governance-Bericht des Geschäftsberichts auf Seite 28. (G4-34)

AUFGABEN DER FACHBEREICHE UND GESELLSCHAFTEN 

Der Managementansatz der AMAG beruht auf einem zielorientierten Managementsystem (MBO), indem auf Basis von jährlichen quantitativen und qualitativen Zielen, Anreize zur Leistungssteigerung geschaffen werden. Dies gilt auch für alle im Bereich der Nachhaltigkeit relevanten Fachbereiche und Gesellschaften: „„ 

  • Corporate Technology: Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der AMAG liegen in der Produktentwicklung, welche im ständigen Zusammenspiel mit Markt und Kunden vorangetrieben wird. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der laufenden Verbesserung der Produktionsprozesse in Bezug auf Qualität, Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit. „„ 
  • Investor Relations: In diesem Bereich liegt die Verantwortung für die Einhaltung der Regelungen des Kapitalmarktes/ Emittenten-Compliance. „„ 
  • Human Resources: Die Aufgaben der HR-Abteilung umfassen Personalbeschaffung, Personalauswahl, Personalplanung und -entwicklung, Entlohnung, Mitarbeitergespräch und Arbeitsmedizin. „„ 
  • Managementsysteme: Das integrierte Managementsystem der AMAG umfasst Qualität & Kundenzufriedenheit, Umweltmanagement, Energie- und Risikomanagement, Arbeitssicherheit und KVP. „„ 
  • Einkauf: Die Einkaufsabteilung ist für die zentrale Beschaffung von Sachanlagen, Dienstleistungen sowie Hilfs- und Betriebsstoffen für alle Gesellschaften der AMAG am Standort Ranshofen verantwortlich. „„ 
  • Strategie & Kommunikation: Auf Basis einer umfassenden Marktbeobachtung werden in diesem Bereich die Grundlagen für strategische Entscheidungen im Unternehmen geschaffen, sowie eine einheitliche Kommunikation zu den Stakeholdern sichergestellt. Transparenz sowie schnelle Reaktion und umfassende Beantwortung bei individuellen Anfragen sind hierbei wichtige Ziele. Weiters liegen die Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts, die Krisenkommunikation sowie Aktivitäten zur Förderung des Gemeinwohls in der Verantwortung des Fachbereichs.
  • Recht: In diesem Bereich liegt die Verantwortung für die Einhaltung der Regelungen der Kartellrechts-Compliance und Korruptionsprävention. Die AMAG verf gt  ber ein Compliance-Netzwerk, dass sich aus Mitgliedern der Fachbereiche Investor Relations, Recht, Managementsysteme und Strategie & Kommunikation zusammensetzt. „„
  • Controlling: Dieser Bereich schafft durch ein umfassendes Reporting-System die Grundlage für die Berichtslegung sowie das Monitoring der Zielerreichung.

Die Aufgaben der jeweiligen Konzerngesellschaften in Zusammenhang mit Nachhaltigkeit lauten wie folgt: „„

  • AMAG service GmbH: Diese Gesellschaft ist interner Dienstleister und für die Errichtung und Erhaltung von Gebäuden, Verkehrsflächen und Versorgungseinrichtungen zuständig. Auch die Erfassung und Auswertung des Wasserverbrauchs, die Definition von Optimierungspotenzialen und die Umsetzung entsprechender Maßnahmen sowie die Erfassung und Auswertung der Abfallmengen und die Zuführung zur Verwertung und Entsorgung, gehören zu den Aufgaben der AMAG service GmbH. „„
  • AMAG casting GmbH: Die Hauptaufgaben der Gesellschaft liegen in der Produktion und dem Absatz von Gusslegierungen. In Bezug auf Nachhaltigkeit liegt die Verantwortung in der umweltgerechten Produktion (Schmelzen, Legieren, Gießen) sowie der Beschaffung, Bemusterung, Aufbereitung und dem Recycling von Aluminiumschrott. „„
  • AMAG rolling GmbH: Die Hauptaufgaben der Gesellschaft liegen in der Produktion und dem Absatz von Walzprodukten für eine Vielzahl von Branchen. In Bezug auf Nachhaltigkeit liegt der wesentliche Beitrag in Produkten, die durch ihre besonderen mechanischen Eigenschaften, ihre speziellen Oberflächen und ihr geringes Gewicht sowie die vollständige Rezyklierbarkeit am Ende des Lebenszyklus wesentliche Beiträge zur verbesserten Ökobilanz leisten. „„
  • AMAG metal GmbH: AMAG metal GmbH: Die Gesellschaft ist in der AMAG Gruppe für die Steuerung der Metallströme, das Management des 20 %-Anteiles an der Aluminerie Alouette und die Absicherung gegen das Aluminiumpreisrisiko und das damit verbundene Währungsrisiko zuständig.