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Tragfähige Kundenbeziehungen

ASPEKT

INNOVATIONS- UND PRODUKTMANAGEMENT

Innovative Produkte und optimierte Produktionsprozesse sind ein wichtiger Erfolgsfaktor der AMAG. Der Technikvorstand (COO) zeichnet sich für den Fachbereich Corporate Technology verantwortlich. Dies unterstreicht den hohen Stellenwert, den das Innovations- und Produktmanagement im Unternehmen einnimmt. Zur Steigerung der Effizienz der F&E-Aktivitäten hat die AMAG einen wissenschaftlich-technologischen Beirat eingerichtet. Der Beirat setzt sich aus sechs Universitätsprofessoren zusammen, die mit ihren Expertisen alle Produktionsbereiche der AMAG abdecken. Der Beirat wurde mit dem Träger der von der Montanuniversität Leoben und AMAG eingerichteten Stiftungsprofessur „Werkstofftechnik von Aluminium“ erweitert und thematisch im metallkundlichen Bereich gestärkt.

 

Die Zusammenarbeit mit Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen trägt in bedeutendem Umfang zur Innovationskraft der AMAG bei. Als Beispiele sind vor allem laufende Kooperationen mit der Montanuniversität Leoben, der technischen Universitäten Wien und Graz, der ETH Zürich, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, dem AIT Mobility Department - Light Metals Technologies Ranshofen und dem LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen zu nennen. Auch weltweite Kooperationen im Bereich der Prüftechnik sind etabliert und werden konsequent genutzt. Eine wichtige Aktivität stellt die Mitarbeit in Komitees und Arbeitsgruppen z.B. der European Aluminium Association (EAA) und in verschiedensten Normungsgremien dar. Auch an der österreichischen Initiative „A2LT-Austrian Advanced Lightweight Technology“, mit führenden Firmenvertretern der österreichischen Wirtschaft, ist die AMAG als Gründungsmitglied maßgeblich beteiligt. Diese Initiative hat sich die Stärkung und Weiterentwicklung des Leichtbaus zum Ziel gesetzt.

 

Das Know-how, die Fähigkeiten und das kreative Potenzial unserer Mitarbeiter sind für die AMAG ebenso wertvoll. Jährlich werden die besten auftragsbezogenen Innovationsprojekte im Rahmen eines internen Innovationspreises durch eine externe Jury prämiert. Zusätzlich wird ein Sonderpreis für die beste wissenschaftliche Fachpublikation („Best Paper Award“) vergeben. Der Innovationspreis wird dabei in zwei Kategorien vergeben: „„

  • Produkt: Projekte, welche die Produkteigenschaften oder Verarbeitungseigenschaften beim Kunden signifikant verbessern oder ein neues Spezialprodukt kreiert haben.
  • Prozess: Projekte, die nachweislich zu ökonomischeren und/oder ökologischeren Fertigungsprozessen geführt haben, Fertigungsschritte eingespart haben und kapazitätssteigernd waren oder signifikant den Fertigungsprozess stabilisierten und somit nachweislich qualitätsverbessernd waren.

 

2015 wurde im Bereich Prozess ein Projekt zur Prozessoptimierung von Automobilqualitäten und im Bereich Produkt die Qualifikation einer speziellen Luftfahrtlegierung zur Verbesserung der Produkteigenschaften prämiert.

 

Um unsere Position in unseren Wachstumsmärkten auszubauen, setzen wir auf die Zusammenarbeit mit Schlüsselkunden aus technologisch herausfordernden Branchen mit hohem Innovationspotenzial (z.B. Automobil, Luftfahrt). Innovationen gehören damit zu den wichtigsten Säulen unseres Geschäftserfolgs, vor allem wenn es darum geht, gestiegene Nachhaltigkeitsherausforderungen zu bewältigen. Dies wurde der AMAG vom Land Oberösterreich mit dem „Landespreis für Innovation“ für die besonders innovative Aluminium-Speziallegierung AMAG TopForm® UHS, welche erstmals im Automobil eines großen deutschen Premiumherstellers in Crash-belasteten Bauteilen zur Serienanwendung kam, extern bestätigt.

 

F&E IN ZAHLEN

Mit kontinuierlich hohen F&E-Aktivitäten verfolgen wir das Ziel, unsere Innovationskraft weiter zu stärken. Im Geschäftsjahr 2015 betrugen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 11,5 Mio. EUR und nahmen damit gegenüber dem Vorjahr um 19,3 % zu (2014: 9,6 Mio. EUR). Insgesamt waren im Jahr 2015 rund 82 Personen (Vollzeitäquivalent) mit F&E- und Innovationsaufgaben beschäftigt.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in der AMAG-Gruppe in Mio. EUR

Der Großteil der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung entfiel 2015 auf das Segment Walzen, in welchem die zur Belieferung der Luftfahrt- und Automobilindustrie erforderlichen Entwicklungstätigkeiten deutlich verstärkt wurden. Grund für die F&E-Tätigkeiten im Transportbereich ist das überproportionale Wachstum der Nachfrage von Aluminium im Transportsektor.

 

Zur Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen von Autos sowie Nutz- und Schienenfahrzeugen, stellt der Leichtbau mit Aluminium einen äußerst effizienten Weg mittels Gewichtsreduzierung dar. Ebenso wurde, meist mit Kunden gemeinsam, die Entwicklung von Knet- und Gusswerkstoffen mit hohem Recyclinganteil konsequent vorangetrieben.

Jährliches Wachstum nach Branchen bis 2020 in %

FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE

Die Forschungsstrategie der AMAG zielt auf eine nachhaltige Absicherung des Unternehmens durch profitables, nachhaltiges Wachstum ab. Konsequenterweise spielt die Ausweitung des Portfolios von Spezialprodukten dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Absicherung der nachhaltigen Rohstoffbasis (Primäraluminium, Recycling). Beim Recycling wird ein verstärkter Fokus auf das Wiederverwerten von verunreinigten Schrotten, das Bemustern und die bestmögliche Sortentrennung sowie auf das Thema „Alloy-to-Alloy-Recycling“ gelegt. Im Rahmen dieser Schwerpunkte werden innovative Werkstoffe und Prozesse entwickelt und somit die Flexibilität in der Reaktion auf Kundenanforderungen erhöht. Der im Branchenvergleich einzigartig hohe Anteil an Spezialprodukten (2015: 57,5 %), wird mit dem Werksausbau am Standort Ranshofen in den kommenden Jahren weiter ausgebaut und die Synergieeffekte aus dem vollintegrierten Standort genutzt. Mit den neuen Anlagen wird die AMAG damit zum Komplettanbieter für Spezialprodukte in den Bereichen Automobil, Luftfahrt, Sportartikel, Elektronik und Verpackung.

Segment Walzen: Einzigartig hoher Anteil an Spezialprodukten

Neben den laufenden mehrjährigen Projekten wurde 2015 ein verstärkter Fokus auf folgende Forschungsthemen gelegt:

  • Steigerung der Wertschöpfung durch Einsatzstoffoptimierung beginnend mit einer verbesserten Bemusterung der Eingangsschrotte (z.B. durch detaillierte Analyse der Organik), genaueste Materialtrennung „Alloy-to-Alloy Recycling“ auch für verunreinigte Schrotte und Reduktion der Hilfsstoffe.
  • Verbesserung der Umformbarkeit und Duktilität von Guss- und Knetlegierungen durch verbessertes Werkstoffverständnis.
  • Neue Spezialprodukte mittels abgestimmter Legierungs- und Prozessentwicklung.
  • Optimierung der Prozesse hinsichtlich Energie- und Materialgebrauch sowie Produktivitätssteigerung.
  • Qualifikation neuer Produkte mit größeren Dimensionen aus dem neuen Warmwalzwerk.

 

 

ZIEL  |  Innovations- und Produktmanagement
  • Entwicklung von Spezialprodukten zur Lösung zukünftiger Kundenanforderungen